Auf der kurischen Nehrung – Erholung garantiert

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Noch starten wir gemeinsam. Auch wenn wir schon nicht mehr zusammen wohnen. Ich beziehe Zimmer ¨Erle¨ in Haus Auschra. Vorweggenommen: in meinem Adlerhorst habe ich den gleichen Blick wie Thomas Mann, der sich in Nidden hat ein Haus bauen lassen.

Dafür wandern wir allerdings noch gemeinsam. Wir haben uns in den letzten Tagen schon ordentlich bewegt, so dass wir alle etwas jammern und für die kleine Runde plädieren. Ja, sicher, macht Rimas. Sagt er. Am Ende vom Lied haben wir 15 km auf der Uhr, Sanddünen rauf und runter. Von wegen: das ist ein flaches Land. In einem flachen Land bin ich noch NIE soviele Treppen rauf und runter gestiegen oder habe so viele kleine Anhöhen (steile) bezwungen. Wenn Höhenmeter nacheinander geschaltet sind, ist es auch viel. Holland ist flach. Litauen nicht. Um das mal klar zu stellen.

Aber wie immer, war auch dieser Ausflug schön und wurde gekrönt mit frischem Räucherfisch. Doch der Tag war noch nicht vorbei – was tun mit dem angebrochenen Abend? Hunger hatten wir keinen mehr, wir hatten ja den Fisch. Durst schon noch, aber keine rechte Lust uns in irgendeine Restauration zu setzen. So wurde also der Maxima (größter Supermarkt vor Ort) angesteuert und alles mögliche gekauft: natürlich Bier und hochprozentige Medizin, eine Art dünner Landjäger und allerlei Knabberzeug, leckere Mandeln und es gab auch was Gesundes auf dem Weg, frische Blaubeeren. Und dann haben wir uns, wie zu besten Studentenzeiten, auf ein paar Bänke an der Promenade gesetzt und getrunken und gegessen. Viel geredet und gelacht. Natürlich mit dem Rücken zur Aussicht – wir wollten ja uns sehen.

Am nächsten Tag war frei und wir allesamt etwas irritiert. Es war immer so hübsch einfach und organisiert vorher. Ich war lang an der Ostsee und habe Sonne und Wind genossen. Habe dann noch ein Nachmittagsschläfchen gemacht und es irgendwie geschafft, Sand in mein Bett zu bekommen. Da hat man dann auch die nächsten Tage noch was davon. Aber so geht Erholung, hab ich mir sagen lassen.

 

Herrliche Ostsee
Und köstlicher Fisch – frisch geräucherter Fang vom Tag

 

Nida ist übersichtlich. Hübsche, oft im niddener Blau angestrichene Holzhäuser und dem Charme, dass die Zeit ein wenig angehalten scheint. Huboldt war begeistert und Mann auch – kann ich gut verstehen. Thomas Mann hatte ja schon immer ein Näschen für schöne Immobilien. Wir treffen uns irgendwie (fast) alle noch einmal auf verschiedenen Wegen, verabschieden uns, und dann wird es still. Jetzt bin ich alleine. Morgen werde ich also das erste Mal ausschlafen, denn die Truppe wird um neun losfahren.

Haus Auschra, mein Adlerhorst
Mein Blick – unvergleichlich schön, egal bei welchem Wetter

 

Und dann klopft es an die Tür. Rimas. Und jetzt? Und dann fängt es an: Mein Morgenständchen. Alle stehen sie da und singen auf die Melodie von ¨Bruder Jacob¨ ein ¨Schwester Claudia¨. Ach, Ihr Lieben, was habe ich mich gefreut. Ihr seid mir doch tatsächlich in der kurzen Zeit alle miteinander ans Herz gewachsen.

Meine Tage gehen nun beschaulich weiter. Aber das war ja der Plan: ausruhen und erholen. Lesen, radfahren, am Strand liegen, schreiben. Hab ich alles ganz ausführlich gemacht und freu mich dann jetzt wieder auf das Reisen!

Doch noch eine Anekdote am Rande: ganz reminiszent bin ich nochmal auf die Parnidis-Düne gewandert. Als ich in meine Jackentasche griff, was fand ich da? Drei Mandeln. Es hatte was von 3 Nüsse für Aschenbrödel. Ich musste laut lachen und habe sie voller Genuss verspeist.

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